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[Athen] Räumung von zwei migrantischen Hausbesetzungen

EVICTION OF 2 MIGRANT SQUATS IN ATHENS!

Thursay, 11.04.2019

This morning, 2 migrant squats in Exarchia, Athens were evicted
violently by 200 cops. They broke in the building around 5 am in the
morning. After the eviction, they closed the doors with metal constructions.

The squats Babylon and Azadi are housing, shelter- and social projects
run by a community of international people, among them many migrant
families.

In rage and solidarity, we stand with the people, who lost their home
this morning. The eviction is especially cruel, facing that end of
march, the Greek authorities proclaimed that they will kick out migrants
out of the official accomondations, who stayed there more than 6 months.
Those people have few other options but living on the streets, while
lots of buildings in the cities are empty and abandonned due to the
economical crisis in Greece.

Squatting those builings offers people shelter, giving them the option
of selforganizing their lives while at the same time fighting against
the vacancy rates in the cities.

For more information and pictures see:

https://www.facebook.com/AzadiSquatAthens/

#Athens #Exarchia: #Babylon and #Azadi #RefugeesGR squats evicted

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/nobordersnetwork

[Lesbos] Hausbesetzungen und Repression auf Lesbos (Griechenland)

Wir dokumentieren einen Artikel von Freund*innen aus Lesbos:

Am 22. Juli 2016 eröffnete (zeitlich parallel zum No Border Camp in Thessaloniki) nach zweimonatiger Vorbereitung die No Border Kitchen (NBK) Lesbos in einer alten Fabrik ein Social Center. Dieses war ein Ort an dem Menschen den miesen Bedingungen aus dem Lager Moria entfliehen konnten. Dort gab es einen Bereich zum Ausruhen, Reden, Schachspielen, Handyladen… Es gab Snacks und Getränke sowie rechtliche Informationen. Es existierte ein separater Frauenraum und ein Kinderspielbereich. Diese Zeit ist Allen in starker Erinnerung als ein solidarisches Miteinander geblieben.

Nach wenigen Tagen wurde die Fabrik auf Antrag der Eigentümerin (Alpha Bank) geräumt, begleitet von großem Protest und Solidaritätsaktionen.

Die Besetzung der Fabrik lief jedoch weiter, als „stille“ Besetzung wohnten im „Old Squat“ fast ein Jahr bis zu 70 Menschen zeitgleich aus aller Welt selbstverwaltet zusammen.

Am 28. April 2017 morgens um 7 kamen die Ortspolizei sowie Polizisten der Spezialeinheit OPKE zur Räumung. (Tage zuvor hatten Arbeiter das Fabrikgelände mit einem Natodrahtzaun umgeben.) Mehr als 30 Leute wurden in den Hof gebracht. Alle Personen, die wie Refugees aussahen, wurden in eine Ecke gesammelt und in der Polizeiwache in Zellen eingesperrt. Alle Personen, die europäisch aussahen, wurde ebenfalls zur Wache gebracht, konnten aber auf dem Flur warten.

Nach vielen Stunden des Wartens wurde erklärt, dass allen Beschuldigten Vandalismus und Hausfriedensbruch vorgeworfen werde. Fingerabdrücke und Fotos wurden gemacht. Alle wurden im Laufe des Tages freigelassen.

Die Räumung war keine Überraschung, in den Monaten zuvor wurde die Repressionen gegen Geflüchtete und auch gegen solidarisch agierende Mensch mit Papieren stärker. Die Räumung war nicht das Ende, sondern der Begin von Repressionen, Verhaftungen, Gefängnisaufenthalte und Abschiebungen wurden häufiger (siehe auch MORIA35).

Mieserweise veranlasste die Alpha Bank die Räumung, obwohl sie nichts mit dem Gebäude vorhatte. Das selbstverwaltete Wohnprojekt ist seitdem wieder ein altes ungenutztes Gebäude, das nun 24/7 von einer Security bewacht wird. Auf dem NBK Blog zur Räumung: “What was destroyed by the state and capitalism was not just a building. It was a home. It was a community. It was a place for friendship, for solidarity, for struggling together against this border and this system that creates them

Insgesamt 35 Personen (mit und ohne europäische Pässe) sind des Hausfriedensbruchs und Vandalismus angeklagt. Darüber hinaus soll es einen dritten Anklagepunkt geben, der bisher nicht bekannt gegeben wurde.

Termin für den Prozess ist der 16. Oktober 2018, Mytilini (Lesbos)

Das Social Center der No Border Kitchen Lesbos bestand in anderer Form noch mehr als ein Jahr weiter: Zunächst einige Wochen am der Fabrik gegenüberliegenden Strand. Dann nach einer erneuten Vertreibung durch die Cops in einer vom Stadtzentrum weiter entfernt liegenden Bucht.  Im Zuge der Androhung einer erneuten Räumung des Strandcamps und des aufgekommenen Winters wurde nach und nach drei leerstehende Häuser in der Nähe bezogen. Ein Haus wurde eine Weile weiter auch als Social Center genutzt.

Nach der Räumung eines dieser Häuser („Casa Blanca“), das von Leuten mit und ohne Papiere bewohnt war, wurde nur Menschen mit gültigen Reisepapieren angeklagt. Besonderheit des Verfahrens: der Mieter stellte Strafanzeige und nicht der Vermieter. Es kam im November 2017 zu einer Einigung zwischen den Anwälten des Mieters und der Beschuldigten, so dass das Verfahren ohne Urteil und ohne Strafe beendet wurde. Der Besitzer selbst ist nie aufgetaucht.

Auch die beiden anderen Häuser („Big Squat und „Chapati House“) erhielten immer wieder ungebetenen Besuch. Die Cops gingen teils brutal durch jeden Raum, verlangten Ausweise/Papiere, schlugen die Leute und/oder verhafteten diese. Einige Leute wurden nach Kontrolle der Papiere freigelassen, andere blieben brutalerweise Wochen oder Monate im Knast und wurden dann abgeschoben. Die Häuser wurden bisher nie endgültig geräumt und Anklage wegen Hausbesetzungen wurde gegen niemanden erhoben.

Im Herbst 2016 wurde ein besetztes Haus in der Stadt Mytilini („Villa“) nach nur 2 Wochen Besetzung geräumt. Es wurde gegen 4 Personen (davon 2 Refugees) Anklage erhoben. Es kam zu einer Verurteilung: 11 Monate auf Bewährung bzw. 15 Monate auf Bewährung für eine Person, die nicht bereit war Fingerabdrücke abzugeben.

 

 

 

[Thessaloniki] Erneute Raeumung // griech. Regierung eskaliert

Nach den Raeumungen dreier Refugee-Besetzungen in Thessaloniki im letzten Jahr und der zwei weiteren Haeuser in Athen vor drei Wochen, scheint der griechische Staat seine Ankündigung alle Besetzungen raeumen zu wollen wahrmachen zu wollen und eskaliert die Situation weiter.
Wir dokumentieren den Bericht eines Aktivisten:
Albatros squat was evicted yesterday. During the eviction, there were 13 arrests inside the house (activists from various countries and 5 migrants). 8 more activists gathered outside the building during the police raid and were brought by force to a police station but were released after 3 hours of checking their IDs. One of the arrested activists had to be carried to a hospital, because he was wounded during the eviction. All the arrested were freed earlier today, as the court could not provide translators. Their trial will take place on coming Tuesday,

Albatros was a privately owned house in the old town of Thessaloniki, that was squatted past autumn by internationals.

This is an image of Albatros squat, publishing in a local web site six days ago, in an article announcing coming evictions of squats.

Albatros was a rather small squat, mainly internationals were living there, but also a good number of migrants, especially the period after the eviction of Orfanotrofeio and the other squats in Thessaloniki, while the “refugee camps” around Thessaloniki were still full (during last July NoBorder Camp there were 27,000 migrants living in camps around Thessaloniki, now there are less than 3,000).

We call for your solidarity!

Wieder 2 Räumungen von besetzten Häusern: Villa Zografou & Hospital Squat in Athen

Die Repression durch den griechischen Staat und die Polizei gegen Selbstorganisation und Solidarität zwischen Menschen auf der Flucht und Aktivist*innen nimmt keineswegs ab. Im Gegenteil: wir beobachten eine Verschärfung der Unterdrückung, Gewalt und Kriminalisierung von Unterstützung und Solidarität.

Am 13. März wurden zwei besetzte Häuser von den Cops in Athen gewaltsam geräumt. In einem der beiden Squats wohnten auch Refugees. Die Polizei fuhr morgens um 5 Uhr bei der Villa Zografou und dem Hospital Squat auf und nahm 200 Personen fest.

Hier eine Erklärung des Khora Social Centers:  (frei übersetzt aus dem Englischen)

Heute morgen um 5 Uhr wurden 2 besetzte Häuser in Athen, darunter 1 Refugee Squat, von der Polizei geräumt.
Rund 200 Menschen werden derzeit auf der Polizeistationen festgehalten, ohne Zugang zu eine*r Anwält*in. Eine Person, mit der wir in Kontakt sind, wurde mitgeteilt, dass sie nicht das Recht hat, eine*n Anwalt*in zu sehen. Ihr wurde erzählt, sie würde “nicht festgehalten”, sondern nur “zurückgehalten”, bevor sie in ein Lager gebracht wird” (vermutl. Refugee Camp).
Diejenigen Personen mit Papieren wurden von denen ohne Papiere getrennt, und wir wissen noch immer nicht, was mit ihnen geschehen wird.
Ein Polizist, den wir heute morgen außerhalb der Polizeistation gesprochen haben, gab zu, dass es ihm bewusst sein, dass ihr handeln den Rechten von Refugees widerspricht.

Wir werden diese Seite aktualisieren, wenn wir mehr erfahren: https://enoughisenough14.org/2017/03/13/athens-khoras-social-centre-on-squat-evictions-refugeesgr-living-there/

Wir sind solidarisch mit den Inhaftierten und stehen in Opposition zur fortlaufenden Verwehrung durch den Staat, Refugees ihre Rechte zuzugestehen und ihnen den Zugang zu sicheren Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Khora Soziales Zentrum

Repression, Kriminalisierung und der Versuch, unsere Visionen von Freiheit und Solidarität zu unterdrücken und einzusperren, sind überall präsent. Doch wir werden nicht aufgeben, gegen dagegen anzugehen und zu kämpfen! 

Wir werden weiterhin für unsere Rechte kämpfen, für unsere Freiheit und für unsere Vision eines guten Lebens für alle!