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[Ljubljana] Transnationaler Callout für Solidarität mit dem ROG Ljubljana!

TRANSNATIONALER AUFRUF AUS LJUBLJANA FÜR SOLIDARITÄT, SPENDEN & UNTERSTÜTZUNG

(english below)

 

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Am Dienstag, den 19. Januar 2021, wurde das soziale Zentrum – die Autonome Fabrik Rog (AT Rog) – von gemeinsamen Kräften aus neonazistisch nahstehender privater Sicherheitsfirmen und der Polizei brutal angegriffen und anschließend mit Bulldozern zerstört. Der Angriff wurde von der Stadtverwaltung von Ljubljana orchestriert. Ohne Vorwarnung und ohne jegliche Rechtsgrundlage. Häuser wurden abgerissen oder schwer beschädigt, viele Geräte, Werkzeuge und persönliche Gegenstände weggenomen, Menschen gewaltsam geräumt.
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Das 2006 gegründete AT Rog war ein sozialer, kultureller und politischer Raum, der schnell zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für direkte soziale Arbeit, Netzwerke für Geflüchtetensolidarität, politische Bildung & kollektives Lernen sowie Aktionen an der Basis wurde. Zusammen mit vielen anderen Praktiken sprach es die Bedürfnisse der Menschen in Ljubljana an. Das AT Rog ist entstanden, weil es einen Bedarf dafür gab. Seine authentische Verbundenheit mit den Bewohner*innen von Ljubljana spiegelt sich in einem enormen Erguss an Unterstützung von vielen Einzelpersonen, informellen Initiativen, akademischen Institutionen und vielen anderen wider. Sowie in vielen erhaltenen Spenden und anderen Unterstützungsangeboten.
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Während der gewaltsamen Räumung und der anschließenden Proteste, bei denen sich tausende Menschen dem Verbot aller öffentlichen Versammlungen wegen der Pandemie widersetzten, wurden viele Menschen verhaftet, mit Geldstrafen geahndet und es wurden einige Strafverfahren eröffnet. Es wird erwartet, dass die Kosten für Bußgelder weiter steigen werden, wenn der Staat seine Repression fortsetzt und die Kosten für Rechtsfälle steigen. All dies ist eine zusätzliche Belastung für die Gemeinschaft von AT Rog sein, die sich auch mit den unmittelbaren Problemen der Unterbringung, des gestohlenen Equipments und dem notwendigen politischen Kampf beschäftigen muss.
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WIR RUFEN DIE ANTI-AUTORITÄRE BEWEGUNG AUF DER GANZEN WELT AUF, UNS IN DIESEM MOMENT DER NOT UND DRINGLICHKEIT MIT ALLEN VERFÜGBAREN MITTELN ZU UNTERSTÜTZEN.
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Bitte verbreitet diesen Aufruf und die folgenden Links für mehr Information!
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…und spendet Geld!
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PAYPAL: solirog@riseup.net  
(an diese Mail könnt ihr auch schreiben, wenn ihr direkten Kontakt aufnehmen möchtet!)
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TRANSNATIONAL CALL FOR SOLIDARITY, DONATIONS AND SUPPORT FROM LJUBLJANA 

On Tuesday, January 19, 2021 the Autonomous factory Rog (AT Rog) vas viciously attacked and subsequently destroyed by joint forces of neo-nazi linked private security companies and the police. Attack was orchestrated by the Municipality of Ljubljana. Without any warning and without any legal basis. Houses were demolished or seriously damaged, a lot of equipment, tools and personal belongings stolen.

Established in 2006, AT Rog was a social, cultural and political space which quickly became one of the major nodes of direct social work, migrant solidarity networks, grass-root political research and action. Together with many other practices it addressed the needs of the people of Ljubljana. Ljubljana created AT Rog because there was a need for it. Its authentic bond with the residents of Ljubljana is reflected in an enormous out-pour of support from many individuals, informal initiatives, academic institutions and many others. As well as in many donations received and other support offered.

During the violent eviction and the subsequent protests in which thousand people defied the ban on all public gatherings due to pandemic, many people were arrested, given fines and some criminal cases were opened. We expect that costs of fines will only increase as the state continues its repression and the costs of legal cases mount. All these will be an additional burden for the community of AT Rog that also needs to deal with an immediate issues of housing, stolen equipment and necessary political fightback.
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WE CALL ON THE ANTI-AUTHORITARIAN MOVEMENT AROUND THE WORLD TO SUPPORT US IN THIS MOMENT OF NEED AND URGENCY BY ANY MEANS AVAILABLE.
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Please spread the call and information about the situation of ROG!
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More info here: 
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For donation: 
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PAYPAL: solirog@riseup.net  

[Ljubljana] Solidarität mit dem autonomen Zentrum ROG! – Solidarity with the autonomous center ROG!

– english below –

Vorgestern, am 19.Januar 2021 wurde das ROG eine schon jahrelang besetzte alte Fahrradfabrik in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gewaltsam geräumt. Damit wurde ein wichtiger Ort der linken und emanzipatorischen Bewegung in Ljubljana und international angegriffen und zerstört!Als Antirepressionskampagne wollen wir uns solidarisieren mit den von Polizeigewalt betroffenen Personen und allen Aktivist*innen und Menschen, denen ein wichtiger Ort sozialer Kämpfe genommen wurde.

Sie können Häuser räumen – doch: they can’t evict solidarity!

Räume können zerstört werden – nicht aber unsere Solidarität! Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Genoss*innen in Ljubljana! Der Kampf für besetzte, selbstorganisierte, queere, feministische und antirassistische Räume bleibt!

Für mehr Infos:
https://atrog.org/
https://enough-is-enough14.org/2021/01/19/lubljana-slowenien-autonome-fabrik-rog-geraeumt/
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10151502745939969&id=76648819968

Mehr Soli-Fotos fürs ROG findet ihr hier: https://www.flickr.com/photos/linksuntengoe/50860401816/in/album-72157717982783643/ oder auf Twitter: https://twitter.com/linksunten_goe/status/1352334432825462785

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The day before yesterday, on January 19, 2021, the ROG, an old bicycle factory in the Slovenian capital Ljubljana that had been occupied for years, was violently evicted . With this, an important place of the left and emancipatory movement in Ljubljana and internationally was attacked and destroyed! As an anti-repression campaign, we want to show solidarity with the people affected by police violence and all activists and people who were deprived of an important place of social struggles.

They can evict houses – but: they can’t evict solidarity!

Spaces can be destroyed – but not our solidarity! We stand in solidarity with our comrades in Ljubljana! The struggle for squatted, self-organized. queer, feminist and antiracist spaces continues!

For more infos::
https://atrog.org/
https://enough-is-enough14.org/2021/01/19/lubljana-slowenien-autonome-fabrik-rog-geraeumt/
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10151502745939969&id=76648819968

More Soli Pictures for ROG can be found here: https://www.flickr.com/photos/linksuntengoe/50860401816/in/album-72157717982783643/  or on Twitter: https://twitter.com/linksunten_goe/status/1352334432825462785

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Folgender Artikel wurde veröffentlicht auf dem enoughisenough-Blog unter: https://enough-is-enough14.org/2021/01/19/lubljana-slowenien-autonome-fabrik-rog-geraeumt/

Ljubljana, Slowenien: Autonome Fabrik Rog geräumt

Ljubljana. Slowenien. 19. Januar. 2021. In den frühen Morgenstunden tauchten Bereitschaftspolizisten bei der autonomen Fabrik Rog auf. Sie begannen, die besetzte Häuser ohne Ankündigung und ohne rechtliche Grundlage zu räumen.

Publiziert von Enough 14. Geschrieben von Riot Turtle. Bilder von @altepunks.

Im Jahr 2002 kaufte die Stadtverwaltung von Ljubljana den 7.000 Quadratmeter großen Komplex mit mehreren Gebäuden in der Innenstadt von Ljubljana, nutzte ihn aber nie. Die ehemalige Fahrradfabrik wurde 2006 besetzt und wird seitdem als autonomes soziales Zentrum genutzt.

Heute Morgen kamen die Sicherheitskräfte von Valina um 07:00 Uhr und begannen mit der Räumung des Rog und verletzten dabei mehrere Personen. Polizist:innen begannen, Zäune um die Rog zu installieren und begannen, Menschen vor dem Gelände zu schlagen. Mindestens neun Personen wurden verhaftet. Drei Menschen mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus.

Die Stadt Ljubljana hat die Tatsache, dass die Nutzer:innen von Rog seit Beginn der Autonomen Fabrik in 2006 eine Stadt für die Menschen gezeigt haben, nicht toleriert. Die Stadtbehörden wollen ihre Gentrifizierungspolitik fortsetzen, die Ljubljana in ein touristisches Disneyland verwandelt, um Profit zu machen. Die Rog-Nutzer:innen schrieben: „Deshalb haben sie uns den Krieg erklärt.“

Der Angriff auf Rog findet nicht in einem politischen Vakuum statt, da es in den letzten Monaten eine Reihe von Angriffen auf Rog gegeben hat Zivilgesellschaft, Radio Študent, Metelkova 6 und andere sozialkritische Akteure.

Die rechtsextreme Regierung von Janez Janša hat es auf unsere Genoss:innen abgesehen, die antiautoritäre Bewegung in Slowenien braucht unsere Solidarität und Unterstützung.


[Athen] Drei weitere brutale Räumungen zu Weihnachten

Gefunden auf https://de.indymedia.org/node/54289:

18.12.2019: Nach der gestrigen Räumung der Villa Kouvelos in Marousi erfolgten heute morgen 3 weitere Räumungen in Koukaki, einem Stadtteil östlich der Akropolis. Die Bewohner hatten sich verbarrikadiert und die Cops mussten sich gewaltsam Zugang über die Nachbargebäude verschaffen. Dabei überrumpelten sie Nachbarn und mißhandelten jene, die nicht kooperieren wollten. Ein Anwohner wurde mit dem Kopf auf den Steinboden geworfen, andere Bewohner mussten halbnackt und gefesselt im Hinterhof vor vermummten Spezialeinheiten knien, es gab 10 Festnahmen.

Zeitgleich wurde auf dem zentralen Platz von Exarchia von der rechten Regierung ein Weihnachtsbaum aufgestellt und feierlich geschmückt. All das scheint von langer Hand geplant, denn schon gestern berichteten die informierten Mainstreammedien über bevorstehende “festliche Räumungen”. An Zynismus ist das kaum zu überbieten und jeder der die griechichen Verhältnisse kennt, weiß mit welcher Freude die Planer der “Neuen Demokratie” ihre Aktionen vorbereiten.

Die Bilder die heute entstanden, erinnern an Militärdiktaturen, werden aber in den sozialen Medien von griechischen Nazis zusammen mit Konservativen und anderen Bürgern der Mitte gleichsam als legitime Durchsetzung von “Recht und Ordnung” gefeiert. Ihre “Argumente” berufen sich meist auf den Schutz von Privateigentum, ignorierend dass es sich bei den Räumungen um staatliche Gebäude handelt, die zudem seit Jahren leer standen und ungenutzt waren. Aber egal, denn selbst wenn dem nicht so wäre, würden sie private Spekulations- und Profitinteressen dem Recht auf ein Dach über dem Kopf vorziehen. Man könnte endlose Texte schreiben und versuchen, diesen Leuten den Sinn und Zweck von Besetzungen zu erklären, aber es ist wie überall auf der Welt: Nazis und Rassisten sind Argumentationsresistent und sie interessieren sich nicht für das bessere Leben und die Utopie. Ihre Ziele sind andere als die unseren und wir befinden uns längst mit ihnen im Krieg.

Merry Crisis! Solidarity will win! (brennender Weihnachtsbaum in Athen)

[Athen] Repressionswelle und Räumungen von Refugee-Squats in Exarcheia

Artikel zuerst veröffentlicht auf enough is enough 14 am 27. August 2017:

Greek territory: #Exarcheia under police occupation!

Athens, August 26. Alert! What we have been announcing to you for a month and a half has just begun this morning (yesterday morning, Enough 14), just before dawn. Athens’ famous rebel and supportive neighbourhood is completely surrounded by huge police forces: many riot police buses (MAT), anti-terrorist untis (OPKE), police on motorbikes (DIAS), members of the secret police (asfalitès), as well as a helicopter and several drones.

Originally published by BlogYY. Written by Yannis Youlountas. Translated by Squat Net.

A unique place in Europe for its high concentration of squats and other self-managed spaces, but also for its resistance against repression and its solidarity with precarious and migrants, Exarcheia has been in the sight of the right-wing government since its election on 7 July. The new Prime Minister Kyriakos Mitsotakis had made it a personal affair, especially since he had been mocked in early August for failing to achieve his goal of “cleaning Exarcheia in a month” as he had announced with great fanfare.

This morning, 4 squats were evicted: Spirou Trikoupi 17, Transito, Rosa de Foc and Gare. The offensive currently concerns the north-western part of the district, with the notable exception of the Notara 26 squat, which is considered better guarded and very symbolically important for the district as the first historical squat of the “refugee crisis” in downtown Athens.

There are currently about 100 arrests, including than brutal attacks on people trying to film. Only the mass media in the service of power are allowed to cover the event.

In total, there are 23 squats in Exarcheia plus 26 others around the district, for a total of 49 concentrated in a relatively small area. 49 squats to which other types of self-managed sites must be added, including some rented (Espace Social Libre Nosotros, free shop Skoros, etc.) as well as dozens of private homes groups of activists, often near the terraces to allow access above the streets.

On the squats that are precisely inside Exarcheia, 12 are accommodation squats for refugees and migrants and the 11 others are squats of anarchist and anti-authoritarian collectives (although most refugee squats are also obviously very political, starting with Notara 26 and Spirou Trikoupi 17 with direct assemblies and many links with the rest of the movement).

In the squats of Spirou Trikoupi 17 and Transito (on which servants of power are now bricking up windows), more than fifteen children have been torn from a peaceful and happy existence in order to suddenly being sent to camps. These sinister camps are unhealthy and overcrowded, migrants are malnourished and suffer from temperature variations, humiliation, and sometimes torture, and Mitsotakis also demands that they all be well closed and, in the future, completely cut off from the rest of the territory.

The face of Europe is constantly hardening, the same process is happening in other continents. This evolution increasing authoritarian capitalism leads us to question what the coming times will bring: the offensive against the pockets of utopias coupled with the confinement of the scapegoats reminds us of the dark hours of History.

The whole world is becoming fascist and Greece is once again one of them, one of the laboratories.

But nothing is over. September is coming soon. Seasonal jobs are about to end. The social movement gathers and organizes itself again. Places like Notara 26 and K*Vox are under high surveillance. Answers are being prepared, as well as several major events mobilizers. Autumn will be hot in Athens.

Resistance!

Yannis Youlountas, August 26, 2019

Today, Tuesday August 27, there wull be several protests and solidarity actions:

[Athen] Räumung von zwei migrantischen Hausbesetzungen

EVICTION OF 2 MIGRANT SQUATS IN ATHENS!

Thursay, 11.04.2019

This morning, 2 migrant squats in Exarchia, Athens were evicted
violently by 200 cops. They broke in the building around 5 am in the
morning. After the eviction, they closed the doors with metal constructions.

The squats Babylon and Azadi are housing, shelter- and social projects
run by a community of international people, among them many migrant
families.

In rage and solidarity, we stand with the people, who lost their home
this morning. The eviction is especially cruel, facing that end of
march, the Greek authorities proclaimed that they will kick out migrants
out of the official accomondations, who stayed there more than 6 months.
Those people have few other options but living on the streets, while
lots of buildings in the cities are empty and abandonned due to the
economical crisis in Greece.

Squatting those builings offers people shelter, giving them the option
of selforganizing their lives while at the same time fighting against
the vacancy rates in the cities.

For more information and pictures see:

https://www.facebook.com/AzadiSquatAthens/

https://enoughisenough14.org/2019/04/11/athens-exarchia-babylon-and-azadi-refugeesgr-squats-evicted/

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/nobordersnetwork

[Lesbos] Hausbesetzungen und Repression auf Lesbos (Griechenland)

Wir dokumentieren einen Artikel von Freund*innen aus Lesbos:

Am 22. Juli 2016 eröffnete (zeitlich parallel zum No Border Camp in Thessaloniki) nach zweimonatiger Vorbereitung die No Border Kitchen (NBK) Lesbos in einer alten Fabrik ein Social Center. Dieses war ein Ort an dem Menschen den miesen Bedingungen aus dem Lager Moria entfliehen konnten. Dort gab es einen Bereich zum Ausruhen, Reden, Schachspielen, Handyladen… Es gab Snacks und Getränke sowie rechtliche Informationen. Es existierte ein separater Frauenraum und ein Kinderspielbereich. Diese Zeit ist Allen in starker Erinnerung als ein solidarisches Miteinander geblieben.

Nach wenigen Tagen wurde die Fabrik auf Antrag der Eigentümerin (Alpha Bank) geräumt, begleitet von großem Protest und Solidaritätsaktionen.

Die Besetzung der Fabrik lief jedoch weiter, als „stille“ Besetzung wohnten im „Old Squat“ fast ein Jahr bis zu 70 Menschen zeitgleich aus aller Welt selbstverwaltet zusammen.

Am 28. April 2017 morgens um 7 kamen die Ortspolizei sowie Polizisten der Spezialeinheit OPKE zur Räumung. (Tage zuvor hatten Arbeiter das Fabrikgelände mit einem Natodrahtzaun umgeben.) Mehr als 30 Leute wurden in den Hof gebracht. Alle Personen, die wie Refugees aussahen, wurden in eine Ecke gesammelt und in der Polizeiwache in Zellen eingesperrt. Alle Personen, die europäisch aussahen, wurde ebenfalls zur Wache gebracht, konnten aber auf dem Flur warten.

Nach vielen Stunden des Wartens wurde erklärt, dass allen Beschuldigten Vandalismus und Hausfriedensbruch vorgeworfen werde. Fingerabdrücke und Fotos wurden gemacht. Alle wurden im Laufe des Tages freigelassen.

Die Räumung war keine Überraschung, in den Monaten zuvor wurde die Repressionen gegen Geflüchtete und auch gegen solidarisch agierende Mensch mit Papieren stärker. Die Räumung war nicht das Ende, sondern der Begin von Repressionen, Verhaftungen, Gefängnisaufenthalte und Abschiebungen wurden häufiger (siehe auch MORIA35).

Mieserweise veranlasste die Alpha Bank die Räumung, obwohl sie nichts mit dem Gebäude vorhatte. Das selbstverwaltete Wohnprojekt ist seitdem wieder ein altes ungenutztes Gebäude, das nun 24/7 von einer Security bewacht wird. Auf dem NBK Blog zur Räumung: “What was destroyed by the state and capitalism was not just a building. It was a home. It was a community. It was a place for friendship, for solidarity, for struggling together against this border and this system that creates them

Insgesamt 35 Personen (mit und ohne europäische Pässe) sind des Hausfriedensbruchs und Vandalismus angeklagt. Darüber hinaus soll es einen dritten Anklagepunkt geben, der bisher nicht bekannt gegeben wurde.

Termin für den Prozess ist der 16. Oktober 2018, Mytilini (Lesbos)

Das Social Center der No Border Kitchen Lesbos bestand in anderer Form noch mehr als ein Jahr weiter: Zunächst einige Wochen am der Fabrik gegenüberliegenden Strand. Dann nach einer erneuten Vertreibung durch die Cops in einer vom Stadtzentrum weiter entfernt liegenden Bucht.  Im Zuge der Androhung einer erneuten Räumung des Strandcamps und des aufgekommenen Winters wurde nach und nach drei leerstehende Häuser in der Nähe bezogen. Ein Haus wurde eine Weile weiter auch als Social Center genutzt.

Nach der Räumung eines dieser Häuser („Casa Blanca“), das von Leuten mit und ohne Papiere bewohnt war, wurde nur Menschen mit gültigen Reisepapieren angeklagt. Besonderheit des Verfahrens: der Mieter stellte Strafanzeige und nicht der Vermieter. Es kam im November 2017 zu einer Einigung zwischen den Anwälten des Mieters und der Beschuldigten, so dass das Verfahren ohne Urteil und ohne Strafe beendet wurde. Der Besitzer selbst ist nie aufgetaucht.

Auch die beiden anderen Häuser („Big Squat und „Chapati House“) erhielten immer wieder ungebetenen Besuch. Die Cops gingen teils brutal durch jeden Raum, verlangten Ausweise/Papiere, schlugen die Leute und/oder verhafteten diese. Einige Leute wurden nach Kontrolle der Papiere freigelassen, andere blieben brutalerweise Wochen oder Monate im Knast und wurden dann abgeschoben. Die Häuser wurden bisher nie endgültig geräumt und Anklage wegen Hausbesetzungen wurde gegen niemanden erhoben.

Im Herbst 2016 wurde ein besetztes Haus in der Stadt Mytilini („Villa“) nach nur 2 Wochen Besetzung geräumt. Es wurde gegen 4 Personen (davon 2 Refugees) Anklage erhoben. Es kam zu einer Verurteilung: 11 Monate auf Bewährung bzw. 15 Monate auf Bewährung für eine Person, die nicht bereit war Fingerabdrücke abzugeben.

 

 

 

[Thessaloniki] Erneute Raeumung // griech. Regierung eskaliert

Nach den Raeumungen dreier Refugee-Besetzungen in Thessaloniki im letzten Jahr und der zwei weiteren Haeuser in Athen vor drei Wochen, scheint der griechische Staat seine Ankündigung alle Besetzungen raeumen zu wollen wahrmachen zu wollen und eskaliert die Situation weiter.
Wir dokumentieren den Bericht eines Aktivisten:
Albatros squat was evicted yesterday. During the eviction, there were 13 arrests inside the house (activists from various countries and 5 migrants). 8 more activists gathered outside the building during the police raid and were brought by force to a police station but were released after 3 hours of checking their IDs. One of the arrested activists had to be carried to a hospital, because he was wounded during the eviction. All the arrested were freed earlier today, as the court could not provide translators. Their trial will take place on coming Tuesday,

Albatros was a privately owned house in the old town of Thessaloniki, that was squatted past autumn by internationals.

This is an image of Albatros squat, publishing in a local web site six days ago, in an article announcing coming evictions of squats.

Albatros was a rather small squat, mainly internationals were living there, but also a good number of migrants, especially the period after the eviction of Orfanotrofeio and the other squats in Thessaloniki, while the “refugee camps” around Thessaloniki were still full (during last July NoBorder Camp there were 27,000 migrants living in camps around Thessaloniki, now there are less than 3,000).

We call for your solidarity!

Wieder 2 Räumungen von besetzten Häusern: Villa Zografou & Hospital Squat in Athen

Die Repression durch den griechischen Staat und die Polizei gegen Selbstorganisation und Solidarität zwischen Menschen auf der Flucht und Aktivist*innen nimmt keineswegs ab. Im Gegenteil: wir beobachten eine Verschärfung der Unterdrückung, Gewalt und Kriminalisierung von Unterstützung und Solidarität.

Am 13. März wurden zwei besetzte Häuser von den Cops in Athen gewaltsam geräumt. In einem der beiden Squats wohnten auch Refugees. Die Polizei fuhr morgens um 5 Uhr bei der Villa Zografou und dem Hospital Squat auf und nahm 200 Personen fest.

Hier eine Erklärung des Khora Social Centers:  (frei übersetzt aus dem Englischen)

Heute morgen um 5 Uhr wurden 2 besetzte Häuser in Athen, darunter 1 Refugee Squat, von der Polizei geräumt.
Rund 200 Menschen werden derzeit auf der Polizeistationen festgehalten, ohne Zugang zu eine*r Anwält*in. Eine Person, mit der wir in Kontakt sind, wurde mitgeteilt, dass sie nicht das Recht hat, eine*n Anwalt*in zu sehen. Ihr wurde erzählt, sie würde “nicht festgehalten”, sondern nur “zurückgehalten”, bevor sie in ein Lager gebracht wird” (vermutl. Refugee Camp).
Diejenigen Personen mit Papieren wurden von denen ohne Papiere getrennt, und wir wissen noch immer nicht, was mit ihnen geschehen wird.
Ein Polizist, den wir heute morgen außerhalb der Polizeistation gesprochen haben, gab zu, dass es ihm bewusst sein, dass ihr handeln den Rechten von Refugees widerspricht.

Wir werden diese Seite aktualisieren, wenn wir mehr erfahren: https://enoughisenough14.org/2017/03/13/athens-khoras-social-centre-on-squat-evictions-refugeesgr-living-there/

Wir sind solidarisch mit den Inhaftierten und stehen in Opposition zur fortlaufenden Verwehrung durch den Staat, Refugees ihre Rechte zuzugestehen und ihnen den Zugang zu sicheren Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Khora Soziales Zentrum

Repression, Kriminalisierung und der Versuch, unsere Visionen von Freiheit und Solidarität zu unterdrücken und einzusperren, sind überall präsent. Doch wir werden nicht aufgeben, gegen dagegen anzugehen und zu kämpfen! 

Wir werden weiterhin für unsere Rechte kämpfen, für unsere Freiheit und für unsere Vision eines guten Lebens für alle!