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[Chios/Griechenland] Solidarität ohne Grenzen gegen die Repression gegen Proteste Geflüchteter in Griechenland während der COVID-19 Pandemie

SPENDENAUFRUF der Kampagne Cant evict Solidarity: Solidarität ohne Grenzen

Repression gegen die Proteste Geflüchteter in Griechenland während der COVID-19 Pandemie

 

Gewalt und Repressionen gegenüber Menschen auf der Flucht wird immer brutalter und repressiver. Die aufgrund der Pandemie angeordneten Ausgangsbeschränkungen treffen diese Menschen besonders hart. Zusätzlich legitimiert die Pandemie der Politik und der ausführenden Organe noch brutalere repressivere Maßnahmen. Exemplarisch drei Spotlights:

  • Die Wut der im Lock-down aufgrund der Covid-19 eingesperrten Menschen hatte sich im Camp Vial auf der griechischen Insel Chios in Protesten entladen, nachdem eine 47-jährige, aus dem Irak geflüchtete Frau am 18. April 2020 an einem Herzinfarkt starb.
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    Zwei Tage zuvor war sie mit Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus gebracht, dort negativ auf Covid-19 getestet und rudimentär mit Medikamenten versorgt worden. Anschließend wurde sie außerhalb des Camps in einem Container als präventive Isolation eingesperrt, wo sie eine Panikattacke erlitt und einen Tag später tot aufgefunden wurde.Auf die Nachricht ihres Todes folgten spontan wütende Proteste hunderter Campbewohner*innen. Als die Polizei eintraf, um die Proteste zu beenden, setzte sie Tränengas und Schlagstöcke ein. Berichten zufolge verteidigten sich einige Protestierenden durch das Werfen von Steinen. Hunderte Menschen versuchten vor den Polizeieinheiten und dem Feuer in die umliegenden Felder zu fliehen, wagten jedoch nicht das Lager zu weit zu verlassen, da die griechische Regierung seit der Corona-Pandemie eine Strafe von 150 Euro für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen eingeführt hat. Bei Nichtzahlung droht eine Gefängnisstrafe.Aufgrund des brutalen Einsatzes der Polizei gab es Dutzende Verletzte. Vor allem aber sitzen nun neun Geflüchtete in Untersuchungshaft und sind aktuell wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt. Für weitere sechs Personen wurde eine Untersuchungshaft beantragt. Ihnen allen drohen nun mehrere Jahre Haft.
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  • Anfang April wurde ein Hungerstreik inhaftierter Geflüchteter gegen die Bedingungen im Abschiebegefängnis im Lager Moria auf Lesbos sowie im Abschiegefängnis Paranesti in Nordgriechenland durch Polizeigewalt beendet.

    Mit dem Hungerstreik protestierten Häftlinge gegen die grundlose Inhaftierung, die menschenunwürdige Unterbringung und den fehlenden Schutz vor Covid-19. Auf den griechischen Inseln werden Menschen nicht nur nach Ablehnung des Asylverfahrens inhaftiert, sondern viele Menschen gleich bei ihrer Ankunft nach der gefährlichen Überfahrt auf Grundlage ihrer jeweiligen Nationalität. Obwohl Abschiebungen aus Griechenland durch die Covid-19 Beschränkungen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt sind, werden die Menschen nicht aus der Abschiebehaft entlassen. Im Gegenteil, Menschen werden gezielt weiter verhaftet.
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  • Nachdem der türkische Präsident Erdogan Ende Februar 2020 aus machtpolitischen Gründen den EU-Türkei-Deal aussetze und Menschen an die Grenze brachte, eskalierte die Welle von Rassismus und rechter Gewalt gegen Geflüchtete weiter. Hierbei fielen tödliche Schüsse durch EU-Grenzbeamt*innen am Grenzfluss Evros. Auch hier fand eine massenhafte wahllose Inhaftierung Schutzsuchender statt.
    Nun schürt die Regierung eine ablehnende Stimmung in der Bevölkerung mit Ängsten und begründet ihre migrationsfeindliche Politik zusätzlich mit Präventivmaßnahmen gegen die Pandemie. In den letzten Wochen wurde zudem vermehrt von illegalen Push-backs der griechischen Küstenwache auf dem Weg zu den und inzwischen sogar von den griechischen Inseln berichtet. 

Eine gewaltvolle Bekämpfung von Protesten Geflüchteter in den griechischen Lagern, sowie deren anschließende oft willkürliche Inhaftierung und Kriminalisierung ist fester, struktureller Bestandteil der menschenverachtenden Migrationspolitik der EU. Dieses allgemeine Vorgehen ist während der gegenwärtigen Pandemie wieder verstärkt zu beobachten.
Bereits frühere Repressionsfälle gegen Protestierende zeigten, dass einzelne Personen beispielhaft verhaftet und angeklagt werden, oft vollkommen unabhängig von einer tatsächlichen Beteiligung bei den Protesten. Damit soll jeglicher Protest in den Lagern gegen die katastrophale Situation verhindert werden. In den letzten Jahren wurden mehrfach Proteste von Bewohner*innen des Lagers Moria auf Lesbos gewaltsam niedergeschlagen und wie im Falle der Moria35 monatelang ohne jegliche Beweise inhaftiert.

Die Antwort der Kampagne „You can`t evict Solidarity“ auf die immer brutaler werdende Repressionspolitik ist eine Solidaritäts-Kampagne. Diese schließt Öffentlichkeitsarbeit und finanziellen Support von Gerichtsprozessen der Inhaftierten ein. 

Solidarischen Spenden gern auf dieses Konto:

Rote Hilfe e.V./ OG Hannover
IBAN: DE42 4306 0967 4007 2383 57
BIC: GENODEM1GLS
GLS Bank
Verwendungszweck: Cant evict Solidarity

Kontakt:

cantevictsolidarity(at)riseup(dot)net

https://cantevictsolidarity.noblogs.org

[Evros/Türkei/Griechenland] Gemeinsames Statement: Transnationale Solidarität gegen Krieg und Rassismus!

[Evros/Türkei/Griechenland] Hunderte Gruppen weltweit unterzeichnen vielsprachigen Aufruf für Frieden, Grundrechte und Recht auf Bewegungsfreiheit für alle Flüchtenden. Wir unterzeichnen den Aufruf unserer türkischen Freund*innen (https://crossbordersolidarity.com/#German):

Fünf Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ und fast vier Jahre nach dem EU-Türkei-Deal werden wir erneut Zeug*innen der Gewalt, die durch sicherheitsorientierte Migrationspolitik verursacht wird. Seit dem vergangenen Donnerstag (27.02.2020) zogen tausende Menschen in Richtung der türkisch-griechischen Grenze, nachdem angekündigt wurde, dass Migrant*innen, die Europa erreichen wollen, von türkischer Seite nicht länger daran gehindert werden. Diese Ankündigung türkischer Regierungsbeamter erfolgte nach dem Tod von 33 türkischen Soldaten in der Region Idlib. Dort hat die Eskalation des Konflikts die Zahl der zivilen Todesopfer von Tag zu Tag rapide erhöht, offenkundig wurden grundlegende Infrastruktur- und Gesundheitseinrichtungen beschossen. Die türkische Regierung hält ihre Grenzen zu Syrien geschlossen, sieht jedoch keine Schwierigkeit darin, tausende Migrant*innen vor die Türen Europas zu drängen – wo sie in einem Schwebezustand verharren.

Migrant*innen und Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und mehreren afrikanischen Ländern haben die Grenzgebiete Edirne, Çanakkale und İzmir erreicht. Einige wurden mit Bussen von Gemeinden dorthin gebracht, andere mit privaten Taxis oder zu Fuß. In der Region Edirne wurde ihnen von den türkischen Behörden gestattet, ins Grenzgebiet zu gelangen, doch die griechischen Polizeikräfte verhinderten den Grenzübertritt mit Tränengas und Blendgranaten. Gleichzeitig beschränkten die türkischen Behörden den Zugang für Journalist*innen und Reporter*innen. Diejenigen Migrant*innen und Asylsuchenden, die in der Grauzone zwischen den beiden Staaten festsitzen, im starken Regen und mit nur wenig Nahrungsmitteln, riefen nach der Öffnung der Grenzen. Einige derjenigen, die die Landgrenze erreichen, wurden von den Behörden angewiesen, trotz gefährlicher Wetterbedingungen auf den Seeweg zu gehen.

In Griechenland verschlechtert sich die Situation ebenfalls. Die Regierung hat kürzlich ein neues, strengeres und noch unmenschlicheres Asylgesetz verabschiedet, das die Inhaftierung aller neu ankommenden Asylbewerber bei ihrer Ankunft auf griechischem Gebiet vorsieht. In den vergangenen Tagen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Menschen aus Orten auf den Inseln Chios und Lesbos mit der Bereitschaftspolizei, als dort neue Hafteinrichtungen errichtet werden sollten. Unter der Belastung der sogenannten „Flüchtlingskrise“ seit dem EU-Türkei-Deal protestieren die Menschen gegen die Verschlechterung ihrer eigenen Lebensbedingungen und gegen die Lebensbedingungen der dort Asylsuchenden gleichermaßen. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben jedoch nie aufgehört, Teil des öffentlichen Diskurses zu sein. Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse haben griechische Regierungsbeamte ihrerseits Hass und Angst geschürt, indem sie den Mythos einer Invasion von „Illegalen“ auf Geheiß ihres Nachbarlandes verbreitet haben.

Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und ihre Normalisierung müssen überall bekämpft werden, wo sie erscheinen, sei es in der Türkei, in Griechenland oder anderswo. Die Instrumentalisierung des Lebens von Migrant*innen, Asylbewerbern und Geflüchteten, welche auf eine Bedrohung und einen Faustpfand reduziert wurde, muss beendet werden. Sowohl in nationalen Wahlkämpfen, als auch in den Beziehungen zwischen der türkischen Regierung und der EU. Eine Sicherheitspolitik, die tausende bereits Vertriebener in einen Schwebezustand treibt, und die Grenzregime, die einen endlosen Kreislauf der Gewalt gegen Migrant*innen, Asylbewerbern und Geflüchteten mitverursachen, müssen damit aufhören. Was wir fordern, sind Frieden, Grundrechte und die Freiheit aller Menschen, die in Bewegung sind.

Grenzen töten, öffnet die Grenzen!
Stoppt den Krieg gegen Geflüchtete und Migrant*innen!
Transnationale Solidarität gegen Rassismus und Krieg!
Für eine freie Welt ohne Grenzen, Ausbeutung und Exil.

[Greece] Solidarity statement: Freedom for Hamza & Mohamed!

first published on https://www.borderline-europe.de/unsere-arbeit/gemeinsames-solidarit%C3%A4tsstatement:

Solidarity statement: Freedom for Hamza & Mohamed

The European Union must stop the arbitrary incarceration of refugees and migrants

We express our solidarity with Hamza Haddi and Mohamed Haddar who are currently being held in pre-trial detention in Komotini, Greece. Both are facing long prison sentences because they are being wrongfully and arbitrarily accused of “smuggling”.

Hamza Haddi and Mohamed Haddar are Moroccan citizens who fled their country searching for protection and better living conditions, Hamza Haddi in particular is a known political activist who was hoping to be granted political asylum in Europe. In Morocco, he is facing political persecution for his activities during the Arab Spring as well as for his engagement with the Moroccan Human Rights Association L’Association Marocaine Des Droits Humains AMDH. He has been imprisoned three times and, together with his family, been constantly targeted and intimidated by Moroccan authorities. Hamza is a political refugee.

With Europe’s ever-increasing closure of borders and the impossibility for refugees to legally enter Europe and claim asylum, they were forced to embark and risk their lives on a makeshift boat. Hamza, who had fled from Morocco together with his brother Yassine went on to meet two companions on the way; Reda and Mohamed in Turkey. There, they spent only a few days before attempting to cross the Evros river that marks the border between Turkey and Greece in July 2019.

In Greece, the four arrived, only to be immediately arrested by Greek border police. But not enough. Hamza Haddi and Mohamed Haddar are now accused of and are facing trial for the “smuggling” of two persons – one of them being Hamza’s own brother Yassine!

The accusations against Hamza and Mohamed are clearly unfounded. They are refugees, not smugglers.

Their companion Reda was coerced into signing a testimony that is now being used to wrongly accuse Hamza and Mohamed as being the smugglers. Reda can neither speak nor read Greek and later confirmed that the written document does not match his statement.

Consequently since July 2019, Hamza and Mohamed have been held in pre-trial detention in Greece and are facing more than ten years of imprisonment each. The basis of their trail is placed upon a testimony signed under pressure and without an interpreter.

We are calling for their immediate release!

The case of Hamza and Mohamed is unfortunately not an isolated case but paradigmatic for yet another facet of Europe’s policy of closing borders and deterrence. While European supporters or so-called “human rights defenders” such as Carola Rackete or the iuventa10 have recently received a lot of attention and support after having become the target of increasing criminalisation, there is hardly any information nor support for those without a European passport facing the very same accusations. However, it is them who constitute the majority of those being arrested and imprisoned in Italy and Greece on grounds of alleged “smuggling” and “aiding illegal immigration”. Arrested immediately upon arrival, a lot of them disappear unknown and unheard of and with no access to support from outside.

The basis for this is Greek legislation that considers any person found to have driven a vehicle across Greek borders, entering Greece without required documentation, as a smuggler.

The arrests as well as trials that follow these often-unfounded accusations of smuggling are arbitrary. Police officers might accuse the person holding the tiller to steer the boat, or the one who communicated with the coast guard to call for help or simply someone who speaks English, to be a smuggler. In Greece, the average trial lasts only around 30 minutes, leading to an average sentence of 44 years and fines over 370.000 Euro. Suspects, or what we would deem ‘victims’ of this unjust legislation, usually have limited access to legal assistance, most of them relying on public defenders. Observers voice concerns about a “shocking lack of deep processing”, reporting that judgements are pronounced despite lack of evidence and poor quality of translation.

This statement is to express our solidarity with Hamza Haddi and Mohamed Haddar and all those criminalized and deprived of their basic rights in the European Union’s proclaimed fight against “smugglers”. We call on everyone to condemn the arbitrary application of anti-smuggling laws against people on the move, who are often already in fear of their lives. We denounce the exploitation of the vulnerable situation of asylum seekers by the EU member states, leaving them without the means to properly defend themselves.

Together with the Hamza Haddi and Mohamed Haddar support committee we demand:

• The immediate release of Hamza Haddi and Mohamed Haddar.
• All charges against them to be dropped, and their innocence to be recognized.
• Hamza’s asylum application to be accepted and his asylum granted.
• Regularisation of the situation of Hamza and Mohamed, and freedom of movement for all.

We further demand:

    • Freedom for all those that are suffering the same fate, being imprisoned in Greek and Italian prisons because they were looking for a better life.
• A change in the Greek and Italian law in order to remove the legal grounds for these arbitrary arrests and convictions.

    –>  Attend the trial of Hamza and Mohamed on February 4th 2020 in Komotini, Greece!
–>  Donate for their legal defence: https://www.lepotsolidaire.fr/pot/94duqw1k

– ADIF Associazione diritti e frontiere, Fulvio Vassallo Paleologo, Italy
– Adopt a Revolution
– Alarm Phone Watch the Med
– Prof. Dr. Annita Kalpaka, University Hamburg
– Antina Plath, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Germany
– ARCI Porco Rosso, Palermo
– Prof. Dr. Astride Velho, Germany
– borderline-europe e.V., Germany
– Borderline Sicilia Onlus, Italy
– Carola Rackete
– Centre for Peace Studies, Zagreb
– Clandestina Thessaloniki, Greece
– Christian Peace Maker Team Lesvos, Greece
– Délinquants solidaires, France
– Demokratische Juristinnen und Juristen e.V., Germany
– Esc-Infomigrante, Rome
– European Civic Forum, Switzerland
– European Democratic Lawyers – Avocats Européens Démocrates
– Harald Bauder, Ph.D., Ryerson University Canada
– Il Comitato di Base No Muos di Palermo, Italy
– Institute of Race Relations, Anya Edmond-Pettitt, United Kingdom
– iuventa10
– Judith Gleitze, borderline-europe, Palermo
– Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant*innen e.V., Germany
– La FASTI, Fédération des associations de solidarité avec tou-te-s les immigré-e-s, France
– L’Association Marocaine Des Droits Humains, Morocco
– Loubna Messaoudi, CEO Founder BIWOC* Rising, Berlin
– Marie Amoyi, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Germany
– Migreurop, Observatoire des frontières, France
– mediale pfade, Germany
– Mobile Info Team, Greece
– Münchner Flüchtlingsrat, Germany
– Observatory of Solidarity, Milan
– Refugee Law Clinic Berlin, Germany
– Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein, Germany
– Rete Antirazzista Catanese, Italy
– Sea-Watch, Germany
– Seán Binder
– Seebrücke, Germany
– Solidarité sans frontières, Switzerland
– Solidarity Watch, Belgium
– Statewatch, United Kingdom
– TPC Maison Solidaire, France
– You Can’t Evict Solidarity, Germany

[Bulgaria] CALL FOR SOLIDARITY with the NO NAZIS ON OUR STREETS 2020 demonstration

Wir dokumentieren einen Aufruf unserer Freund*innen aus Sofia:

CALL FOR SOLIDARITY with the NO NAZIS ON OUR STREETS 2020 demonstration

No Nazis on Our Streets 2020 – Sofia, 22.02.20, 13.00 h, Banski Square

On the 22.02.2020, the neo-nazi Lukovmarsh will happen in Sofia for a 17th time. The Bulgarian neo-nazis will walk the streets of Sofia with their  European counterparts. The march will probably be silently patronized by the municipality of Sofia and the higher levels of power in the country.

On 22.02.2020,  the demonstration “No Nazis on Our Streets!” will also take place. After a Pan-European neo-nazi organization called Fortress Europe was established in Sofia in 2019, we think that it is time that society in the country has to wake up and stop its’ silent consent to its’ own fascization.

For us, antifascism is not a party or a person – it is a human position against far-right aggression and violence that has become a reality in the street, as well as a state policy.

Lukovmarsh will happen 75 years after the horror of the Holocaust. While Bulgarian politicians hypocritically go around the world and talk about a “Bulgaria that has saved its’ Jews”, formal and informal neo-nazi groups celebrate the memory of Hristo Lukov – a person who wanted their extermination. Today his ideological heirs appear in more and more places around the country, followed by more neo-nazi marches. At the same time, the Bulgarian “patriotic” government is making attempts for revisionism.

Public figures and media are flooding us with the cliches of the elite, while turning up people against each other: Bulgarians against people who are perceived as non-Bulgarians, heterosexuals against non-heterosexuals, women against men, even medical workers against doctors, the list can go on forever.

It is time to unite against the lies of racism, xenophobia, anti-semitism, homophobia and sexism! Against the lies of power and the state!

The streets are ours! Let’s take reclaim them on 22.02.2020!

In case you haven’t stumbled upon a call for the demonstration “No Nazis on Our Strees” before, here is some general information about why we are protesting  Lukovmarsh:

Who are Antifa Sofia/ Antifa Bulgaria?

We are a group of people with pedominantly anarchist and anti-authoritarian ideas, who oppose traditional party structures and organizations. We have gathered in our attempts to stop the neo-nazi Lukovmarsh and oppose acts of far-right violence.

Who is general Lukov and what is “Lukovmarsh”? 

“Lukovmarsh” is a classical fascist torch-lit march with hundreds of participants that occurs annually since 2003, in February, honoring the memory of the lieutenant-general, politician and minister of war Hristo Lukov (1887-1943), a supporter of Nazi Germany during the World War II, pressuring the government to send the Bulgarian Jews to death camps in Germany, leader of an ultra-nationalistic organization UBNL, clearly proclaim anti-semitism xenophobia, totalitarism and fascism. He was killed by Violeta Yakova, a woman of Jewish origin, member of the underground antifascist resistance in Sofia.

17 years ago, in 2003, the figure of Hristo Lukov was pulled out of the trash bin of history to be commemorated for the first time and the march in his honor has been happening ever since.

The formal and informal groups behind the organization of “Lukovmarsh”, along with most of the participants in the procession, represent the Bulgarian the vast majority of the Bulgarian extreme right and Neo-Nazi scene: the main organizer Bulgarian National Union, the nationalistic party VMRO (officially part of the parliamentary group United Patriots, currently in the government), National Resistance (famous for holding homophobic demos), Neo-Nazi ultras groups, the Bulgarian branch of neonazi organization Blood And Honor and others.

Why is transnational solidarity important?

Ultra-nationalists are already in the government. Parliamentary and extra-parliamentary nazi organizations are uniting against migrants, meeting up, marching together, holding conferences and showing “white international solidarity” more than ever to “protect Europe” as they claim. This was evident in the numbers of foreign supporters of Lukovmarsh lately, among which are: Spain (La Falange), Germany (NPD, Die Rechte, Der III Weg), France (Terre et peuple), Italy (CasaPound), Austria , Croatia (The Neo-Fascist Party), Poland (National Revival), Romania (Nova Dreapta), Hungary, Sweden (The Nordic Front), Russia (Russian Imperial Movement), etc.

Lukovmarsh is a good example for how the system “works” – for years, the march has been protested against. Even the Capital Directorate of Internal Affairs has published data that Lukovmarsh is an event in which members of pro-Nazi terroristic and criminal groups participate. Since 2014, the mayor of Sofia is formally “banning” the march, only later to let Nazis march with their torches, escorting them with a large number of police force. Meanwhile, political parties in close ties with the organizations behind Lukovmarsh are in the local, national and European power structures, holding a number of top positions. Constant hate-speech is promoted and widely welcome in the media, which has continuously used it to raise its audience’s moneymaking fears and racist stereotypes.

Below is our brochure if anyone wants to print and spread information on the subject:

More Infos:
http://antifa-bulgaria.org/
https://www.facebook.com/events/113035276743896/

[Athen] No holidays in Petrou Ralli: A LETTER FROM DETAINED WOMEN

An article from our comrades from Bulletinmag in Greece:

No holidays in Petrou Ralli: A LETTER FROM DETAINED WOMEN

On December 19, 2019, was our last visit to Petrou Ralli Detention Center. Once more the number of detainees had increased and reached no50 50 women from 15 different countries. Indonesia, Ethiopia, Albania, Afghanistan, Georgia, Iran, Italy, Cameroon, China, Tibet, Belarus, Nigeria, Somalia, Syria, and Turkey. In our effort to talk with them, some police officers were in such close proximity that prevented women to express themselves freely about situations they experience. The behavior of some officers was also provoking towards us.

A characteristic testimony: “When we came here they forbade us to wear our headscarves and told us:” Out of here you can be Muslim, here NO! Here you are Christians… ”

Another testimony: “A police officer invaded into the shower room, while a prisoner was bathing, and made her pull the towel…” At the time, the health of several of them was very bad. Despite our own pressure for two women to be transferred to a hospital as emergency cases, nothing really changed. Τhese women are still very sick. Also, there are no doctors during weekends and during the night time, at Petrou Ralli. On Christmas day we were informed by relatives of prisoners for possible initiation of a few women on hunger strike. The day after our visit they started writing their experiences in the following denunciation letter, where they describe them with their own voices. Experiences that we can simply only imagine. Women from six different countries asked their will for their letter to be publicized. When you have lost everything you do not fear anything.

Their voices should be heard in the whole world. You can discuss it in your assemblies. The organizations and institutions that talk about human rights should stop fooling us and playing with the plight of migrants and refugees, who are led to extermination.

We stand by and admire these women for their bravery and solidarity they show to each other…

No person illegal, no person invisible

Our Rebel sisters are right for the abolition of detention centers and opening of Borders

for stopping illegal racist & misogynist behaviors

for smashing verbal, physical and mental torture

The passion for freedom is stronger than all kinds of prisons

In streets, in squares and prison cells, migrant women you are not alone

The House of Women, for the Empowerment & Emancipation

spiti.gynaikon@gmail.com

(translated in English from the original)

“Greece, Allodapon (Immigrant House) PRISON 20-12-2019

That so-called-immigration office is such a hideous and villainous place that makes anyone forget his/her humanity. Nothing is legal here. Lies, molestation, sexual abuse, diseases, neglection, squalidity, ill-treatment, beating, insult…You literally face with all of these.

Above all, how can they dare? If Europe doesn’t know, how come they dare? Maybe it is a conspiracy! Here we are locked into wards 3-4 times a day which are filthy and full of lice. Only after hitting the iron fences over and over, a policewoman asks «what», by shouting and insulting. They treat us as if we are animals. (not even animals should be treated like this). They took our mobile phones on the first day and didn’t give it back to prevent us to take pictures or videos. Even the lawyers can’t come inside. When the volunteers of organization companies come we are locked. Volunteers are told a lot of lies. For example, they are told we stay here 2 weeks maximum. Most of us are here for 1,5 months. There are people here who stay for 4 months without being told anything.

We are being taken to airing twice a day like herds. When the time is off, they shout ‘Inside’, and lock us inside the wards. When people need to go to the toilets, they have to shout, punch, kick the doors. Sometimes, only sometimes, a policewoman comes after 15-20 minutes. Other times no one comes. Even if one of us dies at those times, no one cares.

Ceylan Pinar Kanli, Turkish. Everybody is sick. Everybody has wounds because of the filth. Some of us even have cysts. For example, I have cysts all over my body. After 5 days, they took me to the doctor inside the immigration house. He said “you should go to the hospital immediately. You need a blood analysis. It is urgent.” Despite that, they make me wait. It has been 5 days.

We do the cleaning ourselves. We have neither shampoo nor soap. Nothing… The ones who have visitors are lucky, what about the others? They ask the ones with visitors to buy things for their needs if they have money. Our friends without money, they either ask to share or they smell.

There is no word to describe the toilets. No detergents, no soaps, nothing! The toilets changed their color because of the dirt and filth. The ones with wet handkerchiefs wrap their noses and face to be able to enter the toilets. The ones without handkerchiefs mostly vomit.

And the policemen! Under the pretext of distributing food, they touch and harass women. This is a horrible place.

The ward on the right belongs to men. The inhuman beating by the police (the victim was a man called MECIT) shouldn’t be ignored. 4 cops kicked him to death barbarously. I can’t forget his ashamed looks because he was beaten in front of all of us.

The food they give both cold and smells! Tomatoes and oranges are rotten. Even to drink water we have a timetable. Water drinking time… We have to drink that disgusting, smelling water. When I said ‘I can’t drink this water. May I buy from outside?’ the policemen laughed a lot and said ‘You have to’. There are a lot of things to say about that place… The sentences on the walls, relentless tears, and continuous supplications.

All are here in that hell.

Alla from Syria, whose headscarf is pulled from her head

Aisha from Somalia, who can’t walk because of the cysts, who is taken to hospital in the middle of the night and when the inflammation gets a bit better, taken back in prison.

And us, who are insulted every day, 1 Iranian, 3 Albanian girls who were abused.

That place is not an immigration office, it is a torture house. I believe I will be able to go out but it’s not only me. After me, there are lots of women who haven’t got any money, a lawyer. They have no one. There are children hereunder 18 and it is not legal.

Please help us. The women who were on indefinite hunger strike ate for the first time after 3 days. No one cares.

Esraa Kreash (Syria), age 22. Esraa is on medication for her psychological condition under the supervision of a doctor twice a day. However, the police gave her only once at night. For a day, they didn’t give her any. Then, Esra didn’t take the pills at night and the next day she took two of the pills. Because she took two pills in a day (she took one in a day for 20 days before), she slept. When she woke up, she went out airing. The police said that the time was off. She had to go inside, but she knew neither English nor Greek. So she didn’t understand.

After that, the police pulled her arms hard and pushed her. Esra attacked the police’s hair. 4 police came from inside. 2 policemen handcuffed her, 2 policewomen hit her arms. And in front of all of us, they dragged her on the floor and locked her in a cell. They left her handcuffed in the cell without food until night. She cried a lot, knocked the door continuously but they didn’t open it until the night shift. She only knows to say ‘sorry’ in English. She said it tons of times, over and over. Only after that, they opened the door. Her roommates asked food for Esra, but they didn’t give any.

She says ‘I haven’t used psychological drugs before. When I came to this prison, the doctor here gave them to me. She is here for 25 days. She has no visitor, neither money nor a lawyer. She retained a lawyer but because she doesn’t have money, the lawyer doesn’t come. She signed for asylum in Leros 3 months ago. Then she went to Lefkada and she was caught there while going to Italy on the ship and was taken to Allodapon. For 3 months, she has been waiting for the interview. 25.12.2019

Meryen Zare, from Iran who was swindled by her lawyer, hasn’t got any money and a lawyer. Neither translator nor visitor. She asked someone who knows English to write a letter to the police saying ‘Please send a translator or I will kill myself.’ Meryem has been waiting for the answer for 3 days. She is all alone, doesn’t know what to do, without a translator. She has gone on an indefinite hunger strike for 3 days. Today we made her eat.

Glory, from Nigeria, has been waiting to be free although she has been here for 2 months and finished 2 interviews. She is still an indefinite hunger striker! 26.12.2019″

Reading the denouncing letter of these women, in comparison with Article 21, on the rights of detainees, from the Decision: “Establishment, operation, and regulation of the aliens’ pre-removal centers(APC)”, one can easily, and leniently speaking, realize the tragic irony:

Regulation of Pre-removal Centers

Article 21

The foreign detainees in the detention centers have the right:

a. To medical treatment and to psychosocial diagnosis and support,

b. To unhindered religious practice, as long as the safety rules of the detention center are not violated

c. Not to be subjects of discrimination (…)

g. To access to a lawyer and in case of inability, providing legal support (…)

n. To be informed via newspapers, magazines, and books with which they are supplied during their visiting hours and to have access to the library (…)

L. To receive from the guards of the detention center the necessary things for their personal hygiene and tidiness,

m. To receive appropriate nutrition with the concern of A.P.C., 3 times a day and

n. To be informed via newspapers, magazines, and books with which they are supplied during their visiting hours and to have access to the library

(there is no and has never been a library at Petrou Ralli)

no border – no nation – just people: Spendenaufruf im Dezember 2019

no border – no nation – just people: Spendenaufruf im Dezember 2019

Liebe Freund_innen und alle da draußen, denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist,

erstmal einen riesengroßen Dank an euch Alle für die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden, die unserem erneuten Spendenaufruf im Winter 2018 folgte. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und immer wieder berührte uns die breite Solidarität.

Auch wenn die meisten Medien zur aktuellen Situation auf den Fluchtrouten schweigen und die Situation der Geflüchteten wenig Aufmerksamkeit findet, sind noch immer Tausende Menschen auf der Suche nach Schutz und harren in unbeschreiblichen Zuständen vor der Festung Europa oder auf der Balkanroute aus. Die ohnehin schlimmen Zustände werden sich während des Winters weiterhin verschärfen.

Die Fluchtursachen und -gründe bestehen weiterhin und mit einem erneuten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei in Syrien werden weitere Menschen zur Flucht gezwungen. Als Reaktion auf entstehende Fluchtbewegungen wird die Abschottung und Überwachung der EU-Grenzen immer restriktiver und das Leiden der Menschen auf der Flucht, die immer riskantere Wege wählen müssen, größer.

Mehr als 15.000 Menschen sitzen zurzeit unter katastrophalen Zuständen über Monate oder Jahre auf der griechischen Insel Lesbos im Camp Moria fest, das nur für maximal 3000 Menschen gedacht war. Selbst mit dem Wissen über die Situation, ist es kaum zu ertragen, dies mit eigenen Augen zu sehen. Insbesondere die hohe Anzahl von kleinen Kindern ist immer wieder erschreckend. Entlang der Balkanroute müssen Hunderte Menschen an den Grenzen bei Minusgraden, Schnee und Regen, ohne sanitäre Anlagen, auf der blanken Erde schlafen. Dazu kommt die Gewalt durch Polizei und Militär u.a. bei illegalen Push-Backs. Es verlangt uns allen viel ab, vor dieser Situation nicht zu kapitulieren, sondern weiterhin entsprechend unseren Möglichkeiten jeden einzelnen Menschen zu sehen und zu unterstützen.

Trotzdem fahren wir und viele andere Aktivist_innen noch immer an die EU-Außengrenzen, um uns ein direktes Bild der Lage zu machen und einen Überblick zu gewinnen, an welchen Orten es notwendig und sinnvoll ist, mit euren Spenden teilweise über Wochen und Monate Geflüchtete entlang der Balkanroute und auf den griechischen Inseln Samos und Lesbos zu unterstützen. Ziel ist dabei auch immer, Informationen zu sammeln, sich mit Geflüchteten und anderen aktiven Gruppen zu vernetzen und vor allem hierzulande wieder mehr Transparenz zur aktuellen Situation zu schaffen.

Unsere Solidarität wird niemals enden, aber die Spendengelder sind aufgebraucht.

Deshalb wenden wir uns heute nochmal an euch mit der Bitte, uns (weiterhin) zu unterstützen.

Die No Border Kitchen Lesbos hat in 2019 erneut – u.a. mit euren Spenden und insgesamt fast 100.000 Euro Spendengeldern – die dort festsitzenden Menschen durch warme Mahlzeiten, Getränke, Decken und Kleidung praktisch solidarisch unterstützt. Wir können ihnen zwar nicht ihre Würde zurückgeben, aber das Gefühl, dass sie nicht allein sind und dass es in Europa auch Menschen gibt, die sich mit ihnen solidarisieren. Inzwischen haben sich dem Kollektiv auch Geflüchtete aus aller Welt angeschlossen; ohne sie wäre der Support vor Ort nicht in diesem Maße leistbar.

Das feministische Frauenzentrum Bona Fide in Montenegro hat in den letzten anderthalb Jahren über 2000 Fliehende aufgenommen. Bis zu 60 Menschen pro Nacht werden Verpflegung, Nahrung, medizinische Versorgung, Kleidung, Duschen und Waschmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Auch dieses Projekt wurde durch eure Spenden unterstützt.

Wir haben mit euren Spenden des Weiteren auch Initiativen und soziale Zentren in Griechenland und der Türkei unterstützt, in denen Geflüchtete wohnen, die Menschen auf der Flucht unterstützen bzw. sich für die Rechte Geflüchteter und Bewegungsfreiheit einsetzen.

Was uns eint, ist, durch unser solidarisches Handeln und die Bereitstellung von Verpflegung und technischer Infrastruktur vor Ort konkrete Hilfe zu leisten und so die Menschen auf der Flucht praktisch zu unterstützen.

Wir konnten durch eure Unterstützung Vieles bewegen. Um unsere Vorhaben auch jetzt und in Zukunft weiter realisieren zu können, bitten wir alle unsere Freund_innen, Genoss_innen und solidarische Menschen, uns nach ihren Kräften und Möglichkeiten mit Spenden zu unterstützen oder zu überlegen, wie und wo ihr in eurem Umfeld Gelder besorgen könnt, damit bei uns weiterhin der Kessel dampft.

Teilt gerne auch überall diesen Aufruf.

In Solidarität,
“Can’t Evict Solidarity” als Teil der Kampagne “No Border – No Nation – Just People”

Infos zur Situation an den Grenzen:
http://balkanroute.bordermonitoring.eu


https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org

Spendenkonto:
Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)

[20./21.12.19] Call for Action: Veranstaltung und Soli-Konzert zu und mit Alarm Phone und Sea-Watch / Göttingen

Call for Action: Informations- und Diskussionsveranstaltung zu und mit Alarm Phone und Sea-Watch

Fr, 20.12.2019; 20 Uhr (Einlass 19.30) // Juzi Bürgerstrasse 41, 37073 Göttingen


Solikonzert für Alarm Phone und Sea-Watch

mit HCBaxxter, TryKKA und Option weg

Sa, 21.12.2019; Einlass 21 Uhr // Juzi Bürgerstrasse 41, 37073 Göttingen


Im Oktober 2014, ein Jahr nach dem großen Unglück mit über 360 Toten vor Lampedusa, haben AktivistInnen aus verschiedenen Städten und Ländern die unabhängige Hotline „Alarm Phone“ für Bootsflüchtlinge gegründet. Ziel war es im gesamten Mittelmeer Informationen über Menschen in Seenot an die zuständigen Stellen zu leiten und so Rettung zu initiieren.  In einer aktuellen Broschüre der Initiative heißt es: „Fünf Jahre [WatchTheMed] Alarm Phone. 60 Monate, in deren Verlauf wir mit rund 2800 Booten auf den verschiedenen Routen im Mittelmeer in Kontakt gekommen sind und diese auf ihrem Weg begleitet und unterstützt haben. 1800 Tage, in denen wir rund um die Uhr anrufbar waren für Menschen in Seenot. Das hätte sich kaum jemand vorstellen können, als das Projekt von rund 50 AktivistInnen gestartet wurde. Heute umfasst das Netzwerk rund 200 Beteiligte in vielen Städten Europas sowie Nordafrikas.“

In Kooperation mit Alarm Phone arbeitet Sea-Watch e.V., die aktuell mit dem Schiff Sea-Watch 3 auf dem Mittelmeer unterwegs sind:

Sea-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe leistet Sea-Watch e.V. Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. Da sich eine politische Lösung im Sinne einer #SafePassage, wie sie von Sea-Watch e.V. gefordert wird im Moment nicht abzeichnet, haben sie ihren Aktionsradius erweitert und neue Pläne geschmiedet.

Europa hindert die zivile Seenotrettung daran, dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegenzusetzen. Die eigentlich verpflichtende Seenotrettung wird kriminalisiert und zum Spielball europäischer Grenzpolitik. Mit Verleumdungskampagnen und bürokratischen Kämpfen definieren Willkür und Unmenschlichkeit den Diskurs um die Menschenrechte. Weiterhin unterstützt die EU die aus Milizen bestehende, sogenannte libysche Küstenwache, die völkerrechtswidrig Menschen in ein Bürgerkriegsland zurück zwingt.

Zum 5-jährigen Bestehen von Alarm Phone wollen wir, gemeinsam mit VertreterInnen von Alarm Phone und Sea -Watch e.V., am 20.12.2019 anhand konkreter Beispiele entlang verschiedener Fluchtrouten die Arbeit der beiden Initiativen vorstellen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, ergänzt durch einen kurzen Film, werden wir über die Kampagnen zur Öffnung der Häfen in Italien und Malta sprechen, sowie auf die weiteren transnationalen Herausforderungen einer schnellen und fairen Aufnahme im Sinne der Geflüchteten und Migrant*innen eingehen. Auch wird es um die Aufnahme von Geflüchteten auf See, die Situation an Bord, die Probleme des Anlaufens eines sicheren Hafens,  Kampagnen und weitere Kooperationen (z. B. Unterstützung aus der Luft durch Moonbird u. a.) gehen.

„In der Welt, in der wir leben wollen, würde unser Alarm Phone nicht existieren. Kein Mensch sollte auf dem Meer sein Leben riskieren müssen, um eine Grenze zu überqueren und an einen sicheren Ort zu gelangen… Es existiert noch immer, weil das
Sterben auf See kein Ende findet.“

Mehr Infos unter: https://www.facebook.com/events/1057040067981086/

[Greece] Free Nour – criminalization of refugees as human traffickers

The source of the following article is the petition in change.org: (https://www.change.org/p/european-court-of-human-rights-free-nour-al-sameh) as well as the picture which is taken from this petition too.

Cases of state repression against refugees arriving with boats on greek islands by criminalizing their act of eventually conducting a boat as human trafficking as written below, are no single cases. It is a systematicly policy of deterrence and arbitrariness. We want to make these cases visible. Nour is an exemplary case for this:

Free Nour Al-sameh! 

Nour Al-Sameh is 29 years old ٍSyrian who is unjustly imprisoned in Greece for 4 years now because he flee to Europe for refuge. Just like the Captain of the Sea-Watch Carola Rackete, he acted to save the lives of people on a boat in the Aegean Sea who would otherwise have drowned in the water.

Nour studied Business Management in Syria, he fled his country due to persecution and war that burst in. He stayed in Turkey in an unbearable situation without shelter or job until he managed to leave Turkey, in July 29th 2015. The only possibility for him to seek refuge in Europe was crossing the Aegean Sea in small sailing boat. He was the only person on the boat who could speak English, when the boat was about to sink he called for help using the walky-talky on the boat.

People on the boat were taken by The Greek coast guards accompanied by military forces (according to Nour,this forces were in military uniform, and he thinks that they were speaking in German)
The boat was taken to the harbor of Perya Island in Greece, he was handed to the Greek coast guards. Being blindfolded and handcuffed, Nour was beaten, insulted and humiliated by the Greek police.

He was accused with Human Trafficking and sentenced for 315 years and a fine of 3150000 Euros in June 2016. Similar cases have shown that the court counts prison year by the number of people on the boat. With the support of his friends he managed to get a lawyer and appeal against this decision in November 2017, the judge of  Perya court dismissed the appeal. In another attempt for justice Nour’s lawyer brought the case to the highest court in Greece, the Supreme Court, to win the opportunity for an appeal and to explain his story properly. Since the hearing in the Supreme Court in February 2019 Nour is waiting for an answer on his claim.

Nour’s case is not an exception. Many refugees have been criminalized, arrested and are currently detained in Greek prisons simply because they were fleeing. The Legal Center Lesvos has documented https://legalcentrelesvos.org/category/news/).

“The individuals charged are denied the basic rights to a fair trial, guaranteed under Article 6 of the European Convention of Human Rights, as they are routinely denied adequate interpretation, are denied a fair hearing, and convictions are based on the sole fact that the individual was driving the boats attempting to reach Europe from Turkey” In Nour’s case it was simply making a call to ask for help. The Christian Peacemaker Team also documented a trial against refugees concluding

“No one in the courtroom supported the business of human smuggling of refugees—making immense profits by charging huge prices for transporting refugees in very dangerous conditions, usually crowding too many people in unsafe boats, often not giving them life jackets that actually work, or not putting enough fuel in the motor to reach the shore of the Greek island. It’s a horrendous crime against these vulnerable and desperate people. But the people being tried in this courtroom were not the people running these illegal businesses and getting rich.”

https://cptmediterranean.wordpress.com/2016/12/01/seeing-in-the-greek-courtroom/

Here is another article tackling the unjust sentencing of many more people, most likely there are many more like Nour that we haven’t heard of.

http://www.ekathimerini.com/241858/article/ekathimerini/news/three-arrested-for-migrant-smuggling-in-as-many-incidents

Nour is still arrested without any help and his case is forgotten

please sign his petition and share it, Nour deserves our solidarity

Saving lives is not a crime!

We demand Nour’s immediate release!

 

[Athen] Repressionswelle und Räumungen von Refugee-Squats in Exarcheia

Artikel zuerst veröffentlicht auf enough is enough 14 am 27. August 2017:

Greek territory: #Exarcheia under police occupation!

Athens, August 26. Alert! What we have been announcing to you for a month and a half has just begun this morning (yesterday morning, Enough 14), just before dawn. Athens’ famous rebel and supportive neighbourhood is completely surrounded by huge police forces: many riot police buses (MAT), anti-terrorist untis (OPKE), police on motorbikes (DIAS), members of the secret police (asfalitès), as well as a helicopter and several drones.

Originally published by BlogYY. Written by Yannis Youlountas. Translated by Squat Net.

A unique place in Europe for its high concentration of squats and other self-managed spaces, but also for its resistance against repression and its solidarity with precarious and migrants, Exarcheia has been in the sight of the right-wing government since its election on 7 July. The new Prime Minister Kyriakos Mitsotakis had made it a personal affair, especially since he had been mocked in early August for failing to achieve his goal of “cleaning Exarcheia in a month” as he had announced with great fanfare.

This morning, 4 squats were evicted: Spirou Trikoupi 17, Transito, Rosa de Foc and Gare. The offensive currently concerns the north-western part of the district, with the notable exception of the Notara 26 squat, which is considered better guarded and very symbolically important for the district as the first historical squat of the “refugee crisis” in downtown Athens.

There are currently about 100 arrests, including than brutal attacks on people trying to film. Only the mass media in the service of power are allowed to cover the event.

In total, there are 23 squats in Exarcheia plus 26 others around the district, for a total of 49 concentrated in a relatively small area. 49 squats to which other types of self-managed sites must be added, including some rented (Espace Social Libre Nosotros, free shop Skoros, etc.) as well as dozens of private homes groups of activists, often near the terraces to allow access above the streets.

On the squats that are precisely inside Exarcheia, 12 are accommodation squats for refugees and migrants and the 11 others are squats of anarchist and anti-authoritarian collectives (although most refugee squats are also obviously very political, starting with Notara 26 and Spirou Trikoupi 17 with direct assemblies and many links with the rest of the movement).

In the squats of Spirou Trikoupi 17 and Transito (on which servants of power are now bricking up windows), more than fifteen children have been torn from a peaceful and happy existence in order to suddenly being sent to camps. These sinister camps are unhealthy and overcrowded, migrants are malnourished and suffer from temperature variations, humiliation, and sometimes torture, and Mitsotakis also demands that they all be well closed and, in the future, completely cut off from the rest of the territory.

The face of Europe is constantly hardening, the same process is happening in other continents. This evolution increasing authoritarian capitalism leads us to question what the coming times will bring: the offensive against the pockets of utopias coupled with the confinement of the scapegoats reminds us of the dark hours of History.

The whole world is becoming fascist and Greece is once again one of them, one of the laboratories.

But nothing is over. September is coming soon. Seasonal jobs are about to end. The social movement gathers and organizes itself again. Places like Notara 26 and K*Vox are under high surveillance. Answers are being prepared, as well as several major events mobilizers. Autumn will be hot in Athens.

Resistance!

Yannis Youlountas, August 26, 2019

Today, Tuesday August 27, there wull be several protests and solidarity actions:

[Paris] Communiqué de Gilet Noirs

Aufstehn, ihr Toten!
»Gilets Noirs« in Frankreich - Bewegung der sans papiersHeute besetzen wir das Panthéon, wir, die EinwandererInnen ohne Papiere, BewohnerInnen der (Not-) Unterkünfte, MieterInnen der Straße.
Wir haben keine Papiere, keine Stimme, kein Gesicht für die französiche Republik. Wir kommen zusammen auf dem Grab eurer großen Männer um eure Schändungen anzuprangern, die der Erinnerung unserer Kameraden, unserer Väter und Mütter, unserer Brüder und Schwestern im Mittelmeer, in der Straßen von Paris, in den Lagern und Gefängnissen. Frankreich fährt fort mit der Skaverei auf andere Art. Unsere Väter sind für Frankreich gestorben. Und die Toten bleiben tot und sollen in Frieden ruhen.
Vorgestern haben wir die Grenze angegriffen, indem wir den Air France Terminal im Flughafen Cherles de Gaulle bestzten. Es ist dort, wo die französische Polizei uns in die Flugzeuge nach Algier, Dakr, Khartum, Bamako oder Kabul verfrachtet hat. Von dort ist Djiby deportiert worden!
Gestern haben wir  den Turm von Ellor in La Défence und die Hauptdirektion des Arbeitsamtes besetzt. Wir waren dort um den Chefs, die uns erniedrigen und das Rückgrat brechen, zu sagen: Die Angst hat das Lager gewechselt!
Heute fahren wir fort, die Schläge zurückzugeben an den Staat und seinen Rassismus, in Frankreich und in Europa.
Wir sind gekommen um unsere Würde zu verteidigen. Wir flehen niemanden mehr an und wir werden unsere Rechte mit der Kraft des Kampfes herausreißen!
Wir sind gekommen um euch zu sagen, dass das Motto Frankreichs für die Fremden Erniedrigung, Ausbeutung, Deportation ist. Frankreich für dort Krieg, beutet unsere Ressourcen aus und entscheidet für und mit unseren korrupten Staaten. Frankreich für hier Krieg gegen uns.
WIR BESETZEN,

  • weil es 200 000 freie Wohnungen in Paris gibt, und dabei die Unseren unter den Auffahrten des Périphérique schlafen und das Rathaus gestern die Straßen des Camps Avenue Wilson in Saint Denis eingezäunt hat.
  • Weil im Lager von Thiais, wie in allen anderen, die Polizei heute morgen die Bewohner bis in ihre Wohnungen verfolgt hat.
  • Weil wir die Befreiung unserer Schwarzwesten-Kameraden verlangen, die in Verwahrzentren und anderswo gefangen sind.

Für die Abschaffung der Gefängnisse für Fremde!
Wir kämpfen nicht nur für Papiere, sonder gegen das System, das die Papierlosen erschafft.
Wir werden keinen Bullen oder Schalterbeamten mehr bezahlen um einen Termin zu bekommen.
Wir wollen nicht mehr mit dem Innenminister und seinen Präfenkturen verhandeln müssen
WIR WOLLEN JETZT MIT DEM MINISTERPÄSITENTEN EDOUARD PHILIIPE SPRECHEN!
Wir bleiben hier, bis der letzte von uns seien Papiere bekommt und damit diejenigen, die kommen werden, das Recht zu bleiben bekommen.
An alle, die revoltieren, hier, im Sudan oder in Algerien,
An unsere Kameraden, an alle, die gegen die Ausbeuter kämpfen,
An alle, die glauben, dass kein Mensch illegal ist,
An alle, die es leid sind, alle 5 Jahre der extremen Rechten den Riegel vorzuschieben und die überzeugt sind, dass der Kampf gegen den kommenden Rassismuns der Kampf gegen den existierenden Ressisum bedeutet.
Papiere und Wohnungen für alle! Bewegungs- und Niederlassungfreiheit! Es lebe der Kampf der Schwarzwesten! Schwarzwesten in den Kampf!

Original: http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/07/gn_comm.pdf